Varianta 65 gekauft - viele offene Themen
Verfasst: Mi 27. Mai 2026, 11:01
Moin moin,
Ich habe dieses Forum gefunden und gleich gesehen - hier ist der richtige Ort, eine Menge Leute die sich mit genau unseren Dingen beschäftigen!
Ich habe mit einem Kumpel zusammen nach langer Überlegung und Suche eine Varianta 65 (1975) gekauft. Mit Slipwagentrailer und einigem Zubehör.
Sogar die originale Anleitung und das Dehler Geschirr was genau in die Fächer passt ist noch da.
Der Verkäufer hat sie vom letzten tatsächlichen Eigner übernommen, konnte daher nichts zeigen. Wir haben uns am letzten Wochenende mit der gründlichen Reinigung und Aufarbeitung beschäftigt, und erstmal alles inspiziert und ausprobiert.
Dabei waren:
Groß und Vorsegel in sehr gutem Zustand, Persennung für die Fock
2 Spinnaker (eins quasi neu) + Spibaum, Ruder
Jütvorrichtung Eigenbau
Kleiner Elektromotor
Cockpittisch und Klapptisch (ohne Scharnier)
Spirituskocher, Dehler-Geschirr usw.
Fender, Leinen und co
Original Kunstlederpolster mit sehr wenig Beschädigungen (wir waren erstaunt)
1300€ haben wir bezahlt, gemessen am allgemeinen Zustand scheint mir das sehr gut.
Wir haben nach der sehr gründlichen Reinigung erfolgreich den Mast gestellt und uns das Rigg angeschaut.
So einige Themen sind dabei aufgekommen. Sollte ich die lieber in individuellen Threads aufführen?
Mastfuß:
Die Bohrung im Mast ist recht aufgeweitet. Wir sollten hier vermutlich eine Hülse einsetzen.
Ist es ggfs. sinnvoll ein weiteres Loch in Mast zu machen, um ihn auch beim Trailertransport mit Bolzen im Mastkoker zu sichern?
Mastlegevorrichtung:
Wenn der Mast liegt, kann ich die Ruderpinne nicht mehr bewegen, da diese Astgabel dort mitten drin steht. Gibts da ne sinnigere Lösung?
Die Jütvorrichtung verhindert nicht das seitliche Ausbrechen beim Legen. Sollten die Unterwanten in die Drehpunkte der Vorrichtung eingehakt werden?
Diese sind aber am Ende des Bugspriet montiert, nicht auf einer Linie mit dem Mastfuß. Ist die Vorrichtung zu kurz?
Vorsegel:
Die Rollreffanlage ist unvollständig, die Kurbel mit Endlosseil fehlt, oben dieses Topwirbellager ist aber am Mast dran. Eventuell habe ich für die Kurbel eine Quelle.
Das Vorsegel war als Schlauch gerafft in der Persenning drin, inklusive Vorstag, das macht Sinn für den Transport.
Ein zweites Vorstag war aber auch bereits am Mast montiert, was zur Jüteinrichtung passte. Beide brauche ich ja nicht?
Es gibt auch noch ein DRITTES Vorstag was hemdsärmlig montiert wurde, ist das gängig als Backup und Sicherheit beim Mastlegen? Das konnte vorn am Bug eingehakt und relativ einfach gespannt werden, bis man die Jütvorrichtung vorn mit Bolzen gesichert hat.
Wir haben das zweite entfernt und Vorsegel mit Vorstag an die Jüteinrichtung montiert, und das dritte mal als Backup und zum einfacheren Einhaken vorn behalten, da wir auch noch nicht wussten, wie gut das so klappt alles. Wir haben dann mangels funktionierender Rollreffanlage mit der Rolle im Topwirbel die Persenning hoch gezogen, statt das Fock fallen zu lassen - war auch ne Lösung.
Salinge:
Da waren nur so dünne hässliche wackelige Ärmchen dabei. Die Gewinde der serienmäßigen Salingkugeln greifen nicht mehr, wir haben die Wanten daher erstmal mit einer Klemme drunter gehakt und das Ganze großzügig mit Tape abgesichert, damit das Segel nicht beschädigt wird. Es gibt scheinbar starre Salinge? Kann ich das selbst bauen, gibts da eine Anleitung?
Außenhülle:
Es scheint minimal Wasser einzudringen und oberhalb des Schwerkastens liegen zu bleiben, weshalb vermutlich im Schiff Löcher in den Boden gesägt wurden, um es immer wieder heraus zu holen. Es ist aber recht wenig und wird nicht mehr. Woher mag das kommen? Es gibt mehrere Deckdurchbrüche:
Spüle, 2xCockpitlenzen, Ankerkasten, Ein weiterer Durchbruch vorn am Kiel, der scheint von außen verstopft worden zu sein, ich weiß nicht welchen Zweck dieser hat?
Schwert:
Ist wohl festgerostet; wir haben noch keine Versuche zum Lösen unternommen, außer am Drahtseil zu ruckeln.
Motor:
Es gab nur einen kleinen 400W E-Motor, der ist wirklich schwach und schlecht zu montieren. Nach einer Stunde war der Ofen aus, die alte AGM Batterie hat da nicht lang gereicht. Die letzten Meter hat uns ein Anglerboot zur Rampe gezogen.
Der Motorschacht ist offen mit einer aufgesetzten Abdeckung, die eh nicht 100% dicht ist.
Dort würde ich gern einen Außenborder fix einsetzen. Was genau brauche ich da, Langschaft mit Schaltung und eine Möglichkeit, den hoch zu ziehen? Könnt ihr mir da einen Motor empfehlen, und eventuell mal Fotos zeigen wie sowas eingebaut ist?
Unabhängig von all den Themen haben wir das Boot sehr problemlos erfolgreich ausgeslippt und an der ziemlich (zu) flachen Rampe recht mühsam wieder heraus gezogen. Durch die schwache Steigung kam der Kiel nicht ganz in die Führung unten. Die Leute hinter uns waren sicher nicht begeistert, aber es war das erste Mal. Das Positionieren über dem Slipwagen werden wir sicher noch optimiert bekommen.
Gesegelt ist es erstmal mehr schlecht als recht, mangels Wind und Platz zum manövrieren konnten wir nur mit dem Fock hantieren, und die Bugwellen der leider sehr rücksichtslosen Motorboot- und Jetskifahrer haben es uns sehr verhagelt. Aber das wird schon noch.
Ich habe dieses Forum gefunden und gleich gesehen - hier ist der richtige Ort, eine Menge Leute die sich mit genau unseren Dingen beschäftigen!
Ich habe mit einem Kumpel zusammen nach langer Überlegung und Suche eine Varianta 65 (1975) gekauft. Mit Slipwagentrailer und einigem Zubehör.
Sogar die originale Anleitung und das Dehler Geschirr was genau in die Fächer passt ist noch da.
Der Verkäufer hat sie vom letzten tatsächlichen Eigner übernommen, konnte daher nichts zeigen. Wir haben uns am letzten Wochenende mit der gründlichen Reinigung und Aufarbeitung beschäftigt, und erstmal alles inspiziert und ausprobiert.
Dabei waren:
Groß und Vorsegel in sehr gutem Zustand, Persennung für die Fock
2 Spinnaker (eins quasi neu) + Spibaum, Ruder
Jütvorrichtung Eigenbau
Kleiner Elektromotor
Cockpittisch und Klapptisch (ohne Scharnier)
Spirituskocher, Dehler-Geschirr usw.
Fender, Leinen und co
Original Kunstlederpolster mit sehr wenig Beschädigungen (wir waren erstaunt)
1300€ haben wir bezahlt, gemessen am allgemeinen Zustand scheint mir das sehr gut.
Wir haben nach der sehr gründlichen Reinigung erfolgreich den Mast gestellt und uns das Rigg angeschaut.
So einige Themen sind dabei aufgekommen. Sollte ich die lieber in individuellen Threads aufführen?
Mastfuß:
Die Bohrung im Mast ist recht aufgeweitet. Wir sollten hier vermutlich eine Hülse einsetzen.
Ist es ggfs. sinnvoll ein weiteres Loch in Mast zu machen, um ihn auch beim Trailertransport mit Bolzen im Mastkoker zu sichern?
Mastlegevorrichtung:
Wenn der Mast liegt, kann ich die Ruderpinne nicht mehr bewegen, da diese Astgabel dort mitten drin steht. Gibts da ne sinnigere Lösung?
Die Jütvorrichtung verhindert nicht das seitliche Ausbrechen beim Legen. Sollten die Unterwanten in die Drehpunkte der Vorrichtung eingehakt werden?
Diese sind aber am Ende des Bugspriet montiert, nicht auf einer Linie mit dem Mastfuß. Ist die Vorrichtung zu kurz?
Vorsegel:
Die Rollreffanlage ist unvollständig, die Kurbel mit Endlosseil fehlt, oben dieses Topwirbellager ist aber am Mast dran. Eventuell habe ich für die Kurbel eine Quelle.
Das Vorsegel war als Schlauch gerafft in der Persenning drin, inklusive Vorstag, das macht Sinn für den Transport.
Ein zweites Vorstag war aber auch bereits am Mast montiert, was zur Jüteinrichtung passte. Beide brauche ich ja nicht?
Es gibt auch noch ein DRITTES Vorstag was hemdsärmlig montiert wurde, ist das gängig als Backup und Sicherheit beim Mastlegen? Das konnte vorn am Bug eingehakt und relativ einfach gespannt werden, bis man die Jütvorrichtung vorn mit Bolzen gesichert hat.
Wir haben das zweite entfernt und Vorsegel mit Vorstag an die Jüteinrichtung montiert, und das dritte mal als Backup und zum einfacheren Einhaken vorn behalten, da wir auch noch nicht wussten, wie gut das so klappt alles. Wir haben dann mangels funktionierender Rollreffanlage mit der Rolle im Topwirbel die Persenning hoch gezogen, statt das Fock fallen zu lassen - war auch ne Lösung.
Salinge:
Da waren nur so dünne hässliche wackelige Ärmchen dabei. Die Gewinde der serienmäßigen Salingkugeln greifen nicht mehr, wir haben die Wanten daher erstmal mit einer Klemme drunter gehakt und das Ganze großzügig mit Tape abgesichert, damit das Segel nicht beschädigt wird. Es gibt scheinbar starre Salinge? Kann ich das selbst bauen, gibts da eine Anleitung?
Außenhülle:
Es scheint minimal Wasser einzudringen und oberhalb des Schwerkastens liegen zu bleiben, weshalb vermutlich im Schiff Löcher in den Boden gesägt wurden, um es immer wieder heraus zu holen. Es ist aber recht wenig und wird nicht mehr. Woher mag das kommen? Es gibt mehrere Deckdurchbrüche:
Spüle, 2xCockpitlenzen, Ankerkasten, Ein weiterer Durchbruch vorn am Kiel, der scheint von außen verstopft worden zu sein, ich weiß nicht welchen Zweck dieser hat?
Schwert:
Ist wohl festgerostet; wir haben noch keine Versuche zum Lösen unternommen, außer am Drahtseil zu ruckeln.
Motor:
Es gab nur einen kleinen 400W E-Motor, der ist wirklich schwach und schlecht zu montieren. Nach einer Stunde war der Ofen aus, die alte AGM Batterie hat da nicht lang gereicht. Die letzten Meter hat uns ein Anglerboot zur Rampe gezogen.
Der Motorschacht ist offen mit einer aufgesetzten Abdeckung, die eh nicht 100% dicht ist.
Dort würde ich gern einen Außenborder fix einsetzen. Was genau brauche ich da, Langschaft mit Schaltung und eine Möglichkeit, den hoch zu ziehen? Könnt ihr mir da einen Motor empfehlen, und eventuell mal Fotos zeigen wie sowas eingebaut ist?
Unabhängig von all den Themen haben wir das Boot sehr problemlos erfolgreich ausgeslippt und an der ziemlich (zu) flachen Rampe recht mühsam wieder heraus gezogen. Durch die schwache Steigung kam der Kiel nicht ganz in die Führung unten. Die Leute hinter uns waren sicher nicht begeistert, aber es war das erste Mal. Das Positionieren über dem Slipwagen werden wir sicher noch optimiert bekommen.
Gesegelt ist es erstmal mehr schlecht als recht, mangels Wind und Platz zum manövrieren konnten wir nur mit dem Fock hantieren, und die Bugwellen der leider sehr rücksichtslosen Motorboot- und Jetskifahrer haben es uns sehr verhagelt. Aber das wird schon noch.