Ich bin mit dem Wandern mit Booten und den Anforderungen nicht vertraut, allerdings habe ich das Heck meiner Varianta endlich erneuert. Eventuell auch eine Herangehensweise für dich!
Es sollte nicht viel schiefgehen können, das Schlimmste wäre eine Varianta weniger...
Als Material habe ich 2 kg styrolfreies Voss VT Polyesterharz genommen. Beim Kauf darauf achten, dass das Harz noch nicht zu Gelee geworden ist, passiert ohne Styrol häufiger. Härterdosierung dem Technischen Merkblatt entnehmen, der optische Indikator hat bei mir erst bei 4-5% (Gewichtsprozent) umgeschlagen.
Am Heck bb zwei Schienen, an denen der Motor befestigt wird. Leider sind diese in das Rumpf-Innere hineingebrochen. Ebenso die Spiegelbeschläge/Ruderlager mittig.
Indiz war dieser kleine Riss im 2k Epoxy Lack (unten rechts). Keine Ahnung, warum am Spiegel, und auch nur dort mit Epoxy-Lack erneuert wurde...
Was so harmlos wirkt, entpuppt sich nach dem Freilegen als Leck. Zeigt wieder, wie wichtig es ist freizulegen, um das Schadensbild sicher zu beurteilen!
Dehler hat an stark beanspruchten Stellen Holz einlaminiert. Das sind nun die Schwachstellen; der Rest ist wie neu.
Das Heck von innen. Die innere GFK-Schicht habe ich ausgesägt.
Torf, Torf, Torf:
Unten im Rupf, sollte ein Flachstahl einlaminiert sein, an welchem Skeg und Kiel befestigt sind und das dem Boot Steifigkeit verleiht. Hier könnte über die Zwischenräume ebenfalls Wasser eingedrungen sein. Überprüfen, notfalls irgendwie trocknen!
Ich habe die Risse um die Montagestellen der Beschläge groß ausgesägt, Laminat neu aufgebaut, dazu gibt es auch Videos von v.d. Linden und Vosschemie.
Von innen alles gesäubert, die Kanten geglättet, verfüllt und verspachtelt (Microballons, Baumwollfasern). Da das Heck nicht nur weich sondern richtig „wabbelig“ war, an die Stelle der Holzplatte Glasmatte laminiert. Auf dem Foto vom Heck sieht man circa 5 cm unter der Scheuerleiste eine lange Einbuchtung. Hier ist das Material richtig ausgeleiert gewesen, da nach dem Verfall des Holzes dort die Kräfte in den restlichen Rumpf eingeleitet wurden, die Feuchtigkeit wird auch das Ihre dazu beigetragen haben. Von innen über die ehemaligen Kanten des Holzes Glastape gelegt.
Nun gab es für mich zwei Möglichkeiten:
a) GfK/Stringer
b) Sandwitch/Holzersatz
Ich habe b) gewählt um auf der sicheren Seite zu sein. Gerne und mit mehr Erfahrung hätte ich a) gewählt, da günstiger und leichter.
$$Holzersatz$$ eingefügt, Kanten verspachtelt, einlaminiert. Ist richtig fest, die Erprobungsfahrten stehen noch aus ; )
Erst nach Abschluss der Versteifung habe ich außen den gesamten Heckspiegel geschliffen und in mehreren Arbeitsgängen verspachtelt. Damit der Spiegel glatt wird ; )
Streichen mit Polyester steht noch aus...
Wenn du weißt, dass du das Boot nur ein paar wenige Jahre nutzen möchtest, dann wäre bestimmt auch eine Abkürzung/Pfuscherei möglich. Wie gerne hätte ich das gemacht und viel Geld gespart, nur bei mir soll das immer kompromisslos sein... leider...
Ganz liebe Grüße an alle Forent:innen, bin seit langem ein treuer Leser!