Explosionsgefahr durch Batterie an Bord?

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varimatz
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Explosionsgefahr durch Batterie an Bord?

Ungelesener Beitrag von varimatz » Mi 25. Mär 2015, 21:27

Hallo Forum,

soeben habe ich einen aktuellen Zeitungsartikel (Stichwort Mechaniker in Ortschaft Ebern)gelesen.
Demnach erlitt ein Mechaniker schwere Verletzungen, weil zwei 140A Batterien eines Wohnmobils explodiert sind. Der arme Kerl ist durch die Wucht regelrecht weggeschleudert worden. Im Wohnmobil sind ja normalerweise auch diese Blei- oder Versorungsbatterien verbaut. So wie in Booten.
Unlängst ist die Batterie eines E Bike explodiert und der Fahrer schwer verletzt worden.
Nicht auszudenken, wenn die Batterie auf See im Bug hochgeht?!
Ich selbst habe einmal am Auto Brandgeruch aus dem Motorraum festgestellt-es kam von der Batterie-das Pluskabel war heiß und begann zu schmoren...Die Autobatterie hatte ganz offensichtlich einen Kurzen. Zum Glück hab ich das noch bemerkt, das Auto stand in der Garage...
Jetzt würde mich mal eure Meinung dazu interessieren?
Welche Batterie am besten nehmen? Teuer, billig, Blei, Gel?
Gruß
Matthias

Grisu
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Re: Explosionsgefahr durch Batterie an Bord?

Ungelesener Beitrag von Grisu » Do 26. Mär 2015, 16:03

Hallo allerseits,

die Explosion des E-Bikes ist laut Focus auf Manipulationen zurückzuführen. Da die Explosion in Ebern beim Wechseln passierte, hingen die Akkus wohl nicht am Ladegerät, dafür kann ich mir aber einen Kurzschluss beim Hantieren vorstellen.
Offensichtlich besteht das Hauptrisiko (abgesehen von Kurzschlüssen, aber dann ist ja klar woher das kommt) beim Laden. Das macht man auf hoher See bei einem Segelboot nicht oft, außer mit einer WKA oder Solaranlage. Klar ist, Ladegeräte für Starterbatterien sollten nicht für Gel- bzw. AGM Batterien verwendet werden und umgekehrt. Es droht Sulfatierung und damit innerer Kurzschluss.

Von dem Ami konnte ich vieles nicht verstehen. Die Batterie vermutet er, sei erst ein Jahr alt. Auf der Batterie steht auch was von "Marine". Ich könnte mir vorstellen, dass sie nachgerüstet ist, und das eingebaute Ladegerät des Womos nicht passt. Auf jeden Fall hing das Womo am Stromnetz.

Die Detonation scheint eher zur Seite zu gehen, als nach unten. Ich halte die Explosionskraft für nicht so groß, dass sie einen Schiffsrumpf durchschlagen kann, zu mindest, wenn die Batterie auf eine solide Grundplatte gestellt wird.

Die austretende Batteriesäure kann intaktem GfK nichts anhaben, manche Batterieboxen werden aus GfK gebaut. Die Sauerei ist allerdings ein Thema für sich. Die Batterie in eine Polypropylenbox zu setzen schadet sicher nicht. Ob diese aber die Detonation überlebt, halte ich für fraglich. Von einem geschlossenen Behälter wird abgeraten, schon allein, um evtl. austretendes H2-Gas (auch aus wartungsfreien, geschlossenen Batterien - Sicherheitventil!) auslüften zu lassen.
Ein explosionsicherer Behälter müsste ziemlich massiv sein, sonst wird er doch nur zum Schrapnellgeschoss.

Eine Explosion scheint sich oft durch eine Erhitzung anzukündigen. Ein Fernthermometer würde da natürlich nutzen, habe ich aber nicht so schnell gefunden. Vielleicht kann ja einer der so gerne googelnden Kollegen mal auf die Suche gehen. Ein Bimetall mit Hupe würde es tun, hätte auch keine Ruhestromaufnahme.

Ansonsten werde auch ich in Zukunft beim Hantieren mit einem Akku an eine Schutzbrille denken.

Gruß
Gert

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