"Bananenmast"

rbk533
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"Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von rbk533 » Di 19. Aug 2014, 15:41

Liebes Forum,

ich hab da ein Problem: neulich lag ich dösend auf dem Vorschiff, den Kopf auf der Luke, als ich mal in den Himmel blinzelte...und als ich so den Mast hochpeilte, sah ich das (siehe Bilder): das Teil ist krumm wie 'ne Banane, nach Steuerbord. Habe dann die Oberwanten gelockert, ist aber immer noch krumm. Kann es sein, dass der Grund dafür in der exzentrischen Lage des Achterstags liegt? Ich habe Vor- und Achterstag zwar stramm, aber wie mir Stegnachbatn versicherten, nicht "zu stramm" angezogen.
Seht der Mast bei euch auch so krumm? Lässt sich das mit einem Hahnepot dann wegtrimmen?
Bin mal auf die Antworten gespannt.

Beste Grüße
Bernhard
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rbk533
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Re: "Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von rbk533 » Di 19. Aug 2014, 15:44

Hach, der Fehlerteufel...
natürlich heißt es "Stegnachbarn" und im vorletzten Satz "Steht bei euch..."

:oops:

hajolli
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Re: "Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von hajolli » Di 19. Aug 2014, 16:26

... hat geschrieben:Liebes Forum,

ich hab da ein Problem: neulich lag ich dösend auf dem Vorschiff, den Kopf auf der Luke, als ich mal in den Himmel blinzelte...und als ich so den Mast hochpeilte, sah ich das (siehe Bilder): das Teil ist krumm wie 'ne Banane, nach Steuerbord. Habe dann die Oberwanten gelockert, ist aber immer noch krumm. Kann es sein, dass der Grund dafür in der exzentrischen Lage des Achterstags liegt? Ich habe Vor- und Achterstag zwar stramm, aber wie mir Stegnachbatn versicherten, nicht "zu stramm" angezogen.
Seht der Mast bei euch auch so krumm? Lässt sich das mit einem Hahnepot dann wegtrimmen?
Bin mal auf die Antworten gespannt.

Beste Grüße
Bernhard
Hallo Bernhard,
am Zug des außermittig angebrachten Achterstags liegt es nicht. Dazu ist die quer zur Schiffslängsachse wirkende Kraft zu klein
zumal Du versicherst das Achter- und Vorstag nicht übermäßig gespannt zu haben. Der Fehler liegt an den ungleich langen Wanten.
Du solltest bei Gelegenheit den Mast legen und kontrollieren ob die Ober- und Unterwanten am Spannschloß jeweils gleich lang sind. (am besten mit einen Farbpunkt am Spannschloß markieren) Nur dann bist Du auch sicher, dass der Mast senkrecht auf dem Boot steht. Vorerst kannst Du aber den Mast gerade trimmen, indem Du die Unterwant auf der Backbordseite etwas lockerst und auf der Steuerbordseite entsprechend nachspannst.
Oder Du lockerst die steuerbordseitige Oberwant und spannst die backbordseitige Oberwant entsprechend bis der Mast gerade ist.
Eigentlich ganz einfach. ;)

Gruß
Klaus

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"Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von rbk533 » Di 19. Aug 2014, 17:08

Hallo Klaus,
vielen Dank für deine Hinweise. Habe allerdings schonmal auf beiden Seiten die Oberwanten komplett gelockert, die Mastbiegung hat sich trotzdem nicht geändert. Aber vielleicht zieht ja das Unterwant an Backbord zu stark. Werde ich mal prüfen. Zur Not muss ich den Mast mal legen.

Grüße
Bernhard

kosarsegler
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Re: "Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von kosarsegler » Mi 20. Aug 2014, 08:14

... hat geschrieben:Habe allerdings schonmal auf beiden Seiten die Oberwanten komplett gelockert, die Mastbiegung hat sich trotzdem nicht geändert.
Hallo Bernd,
Du kannst beim nächsten Legen des Mastes mal schauen, ob er krumm ist.
Daran wird sich aber nicht viel ändern lassen. Wie Klaus schon schrieb wirst Du den Mast mit den Wanten einfach gerade ziehen müssen. Dann sind die Kräfte zwar nicht mehr symmetrisch, aber wenn Du keine Regatta-Ambitionen hast, wird sich kein großer Nachteil bemerkbar machen.
Du mußt natürlich mit den Kräften im Rahmen bleiben; darfst also eine Wante nicht unmäßig anknallen. Ich glaube aber nicht, daß die Biegung das erfordert.

Als mögliche Ursache ist mir ein "weggeklappter" Saling eingefallen.
Die (originalen) Salinge sind beweglich in den Aufnahmen befestigt. Es kann wohl vorkommen, daß der luvseitige nach vorn oder hinten wegklappt und so die entsprechende Wante entspannt. Da ist von Schäden bis hin zum Mastbruch die Rede.
Du solltest diese Möglichkeit im Auge behalten. Es gibt neuere Salinge zu kaufen, die starr montiert sind. Auf jeden Fall kannst Du die Salinge prüfen und ggF. irgendwie fixieren.
Zu dem Thema ist bestimmt hier im Forum eine Menge geschrieben worden.
Gruß Walter

Grisu
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Re: "Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von Grisu » Do 21. Aug 2014, 13:37

Hi Bernhard,

ich fürchte der Mast ist verzogen. Ich bin es gewohnt, Biegungen von weniger als der Hälfte (mehr ist nie vorgekommen) mit 1 bis 3 Umdrehungen am Wantenspanner wegzutrimmen. Vielleicht kannst Du den Mast im nächsten Winter auf 2 Böcke legen und in der Mitte beschweren, und so einigermaßen gerade bekommen.

Gruß
Gert

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"Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von rbk533 » So 24. Aug 2014, 23:06

Hallo Gert,

vielen Dank für Deinen Hinweis. Aber ich glaube, dass der Mast nicht verzogen ist. Habe mich die letzten Tage mal intensiv mit dem Thema Trimmen beschäftigt und die einschlägige "Literatur" studiert (Yacht-TV etc.) und habe heute mal nachgetrimmt: mit Hilfe der Dirk zeigte ich das Masttopp zentriert. Danach liess sich mit Hilfe der Unterwanten die Biegung wegtrimmen. Jetzt steht er wie 'ne eins :-)

Grüße
Bernhard

hajolli
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Re:

Ungelesener Beitrag von hajolli » Mo 25. Aug 2014, 11:11

Bernhard Koester
"mit Hilfe der Dirk zeigte ich das Masttopp zentriert"
Hallo Bernhard,
das verstehe ich nicht. Kannst Du das etwas genauer erläutern.

Gruß
Klaus

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"Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von rbk533 » Di 26. Aug 2014, 00:12

Hallo Klaus,

Da ist ein Fehler drin: "mit der Dirk zeigte sich das Masttopp zentriert" (oder "der" Masttopp?).

In der Ausgabe 11/2013 der "Yacht" ist der Masttrimm sehr gut erklärt, es gibt auch ein super Video dazu. Mit Hilfe der durchgesetzten Dirk und einem Zollstock habe ich die Oberwanten auf gleiche Länge gebracht. Dann sollte der Mast zentriert stehen. Anschließend habe ich, so wie Du das auch beschrieben hast, die "Banane" gerade gezogen. Jetzt steht der Mast senkrecht.

Beste Grüße
Bernhard

Grisu
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Re: "Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von Grisu » Di 26. Aug 2014, 13:53

Hallo Bernard,

aber letztens hast Du geschrieben, der Mast wäre krumm trotz Lösen beider Oberwanten?

Wie auch immer, das Video ist ganz nett, aber Folgendes finde ich besser:
http://www.gotthardt-yacht.de/tl_files/ ... nweise.pdf

Da wird auch eine Zugkraft von 15-20% der Bruchlast empfohlen, und nicht 25%, wie in dem Video.
Wobei die Bruchlast bei meinen SVB Drähten mit 12,75kN angegeben wird, nicht 14, wie in der Anleitung.

Man darf ja nicht vergessen, dass nach BGI für Lasten über Personen maximal 1/10 bis 1/5 der Bruchlast zulässig ist. Ich weiß nicht, als was so ein Mast sicherheitstechnisch betrachtet wird, aber wenn er fällt, und Du steht drunter, ist das ungesund.

Wenn ich 4mm Stahldrähte auf 25% der Bruchlast vorspanne, dazu noch ein wenig Spannung der Unterwanten, und noch einiges von den Stagen, lande ich bei über 1 Tonne Gewicht auf dem Mast, plus Winddruck! Und das auf dem allseits bekannt problematischen Mastfuß.

Ich halte mich lieber an eine andere Empfehlung, nämlich alle Wanten nachzuziehen, wenn sie bei Starkwind in Lee durchhängen.

Gut finde ich aber die Idee mit der Dirk, und dem Vermessen und Protokollieren der Einstellung. Das werde ich demnächst auch mal testen.

Gruß
Gert

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"Bananenmast"

Ungelesener Beitrag von rbk533 » Di 26. Aug 2014, 22:25

Hallo Gert,

das mit der Bruchlast fand ich auch suspekt, habe ich so nicht direkt übernommen. Schließlich hat der Mast im Video ein anderes Kaliber als der einer Varianta...und der Mastfuß wahrscheinlich auch. Habe mich mit der Wantenspannung ein wenig an den Stegnachbarn orientiert, das müsste so passen.

Grüße
Bernhard

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