Rollfock mit Profil oder ohne

Fishcop
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Rollfock mit Profil oder ohne

Ungelesener Beitrag von Fishcop » Fr 21. Dez 2018, 11:08

Moin Forum,
ich bin mal wieder am grübeln. Vielleicht könnt Ihr aus Erfahrung bei der Entscheidungsfindung helfen ;)
An meiner Marjell ist zur Zeit eine Rollfockanlage von Haase mit Profilvorstag angebaut. Hat die letzte Saison gut funktioniert.
Das Profil hat am untersten Segment einen leichten Knick. Ist nicht ganz schön, aber funktioniert noch. Allerdings schlägt das beim setzen und einholen der Genua etwas.
Das Profilstück will ich nun über Winter tauschen.
Dabei kam in mir der Gedanke hoch, gleich die ganze Anlage zu tauschen auf ein Top Reff System (zur Zeit grad bei ebay zu haben), da die Anlage von Haase doch ein ganz schöne großes Teil ist und die Refftrommel nur so grad eben in den Bugkorb passt.
Bis auf die Tatsache, das ich meine beiden Vorsegel mit Stagreitern ausrüsten müsste, finde ich das die Top Reff Anlage besser händelbar ist, was Mast stellen, trimmen und einstellen betrifft (Angemerkt sei, ich bin kein Regattasegler, der die letzte Zehntelmeile ausreizen will).
Hab ich da wieder Flausen im Kopf und sollte die Anlage lieber so lassen? Ok, das Drahtvorstag im Profil wollte ich tauschen.
Beste Grüße vom Henning

kosarsegler
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Re: Rollfock mit Profil oder ohne

Ungelesener Beitrag von kosarsegler » Fr 21. Dez 2018, 13:00

Hallo Henning,
nach meiner Erfahrung sind Rolleinrichtungen eine Glaubenssache.
Grundsätzlich gibt es drei Versionen das Vorsegel zu bergen:
Roll-Reff-Einrichtung (mit Profilvorstag): Vorsegel ganz oder Teilweise aus' und einrollen. Durch das Profilvorstag wird immer die gleiche "Menge" Segel unten und oben eingerollt. Dadurch kann man, ein entsprechend geschnittenes Vorsegel vorausgesetzt, auch rund 1/3 einrollen und gerefft segeln. Außerdem darf auch etwas mehr Zug auf dem Segel beim Einrollen stehen.
Rolleinrichtung (ohne Profil am Vorstag): Dient nur zum Bergen durch Aufrollen des Segels. Da das Vorstag nicht drehsteif ist kann bei zu viel Zug der Kopf weniger Umdrehungen als der Segelhals machen und man bekommt eine verdrehte "Segelrolle" als habe man versucht sie auszuwringen. Mir hat sich mal der Segelkopf bei Starkwind ausgerollt und das killende Segel ist zerrissen.
ohne Rolleinrichtung: Das mit Stagreitern versehene Segel wird mit der Fall hoch gezogen und fällt mit mehr oder minder Hilfe beim Fieren der Fall auf Deck.
Klingt, als gehöre es nicht in diese Aufzählung; wird aber mit einer kleinen Ergänzung interessant:
Man befestigt eine dünne Leine am Kopf oder ersten Stagreiter. Durch einen Block nahe dem Segelhals (ich habe ihn am Querrohr des Bugkorbs) wird die Leine nach hinten geführt und auf oder in irgendetwas belegt. Ich habe die Führung der Rollleine der Rollanlage verwand, nur daß die Leine nicht an die Trommel sondern durch den Block hoch zum Segelkopf verläuft.
Zum Bergen gibt man die Fall nach und holt gleichzeitig die Hilfsleine durch. So wird das Segel schnell und zuverlässig niedergeholt. Mit etwas Übung fährt man so hoch am Wind, daß das Segel sauber an einer Seite des Bootes zu liegen kommt. Die Hilfsleine belegen und die Fall leicht stramm setzen und schon kann das Segel nicht steigen und die Leinen flattern nicht. Die Schot der entsprechenden Seite etwas stramm und das Segel liegt recht fest an Deck. Bleibt das Vorsegel länger geborgen oder kommt es darauf an, daß nichts flattert, macht man zwei Zeisinge um Segel und Bugkorb.
Ich habe alle drei Versionen ausprobiert und bin mit der letzten Version sehr zufrieden.
Gruß Waltersind

Grisu
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Re: Rollfock mit Profil oder ohne

Ungelesener Beitrag von Grisu » Fr 21. Dez 2018, 16:26

Hallo Allerseits,
Die Idee von Walter finde ich super, wenn ich die früher gekannt hätte, hätte ich mir vielleicht den Umbau auf Rollanlage gespart.

Henning, ich sehe Roll- und Rollreffanlagen von top reff, welche meinst Du?
Ich kann mir vorstellen, dass Du für die Haase mehr Geld bekommst, als die Top Reff kostet, also why not, wenn Du damit besser segeln kannst.

Ich habe auf das Profil verzichtet, eigentlich gings dabei ums Geld. Vorteil ist aber, ich kann die Rollfock bergen und eine Genua oder Sturmfock setzen ohne Hinderung durch das Profil. Bei Starkwind wird das fehlende Profil tatsächlich manchmal zum Problem, alles in Allem gehts aber grad so. Eine Fock ist mir mal in Fetzen gegangen, die taugte aber auch wirklich nichts mehr.

Eine Trimmleine im Achterliek könnte da auch stabilisierend wirken.

Gruß
Gert

Fishcop
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Re: Rollfock mit Profil oder ohne

Ungelesener Beitrag von Fishcop » Sa 22. Dez 2018, 15:40

Das mit dem unbeabsichtigten, bzw. unkontrollierten oben ausdrehen des Vorsegels habe ich mir auch schon überlegt und für mich als einzigen Nachteil gesehen.
Ich werde mal sehen, ob ich noch so ein Stück Profil als Ersatz bekommen kann und was es mich kosten soll ... :roll:
Es ist die Rollreffanlage von dem Händler aus Berlin, die ich mir ausgeguckt hatte.
Die Methode von Walter geht natürlich auch ...nur finde ich das aufrollen schöner ;)

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