Großssegeltrim

Reddingo
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Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von Reddingo » Mo 15. Aug 2016, 18:10

Hallo zusammen,

ich bin seit diesem Jahr stolzer Besitzer einer VA65 und seit April habe ich den Segelschein, bin also noch Anfänger.
So langsam find ich aber Zeit und Ruhe um mich um so Sachen wie die richtige Segelstellung zu kümmern und bin gerade etwas ratlos was das Großsegel angeht, sowohl was die Höhe des Baums angeht als auch an der "Befestigung" des Segels ansich. Was mich extrem stört sind die vielen Falten im Segel und ich nicht weiss wie ich sie rausbekommen soll.
Ich habe versucht das Handbuch zu verstehen, aber bin nicht weit gekommen in Sachen Verstehen. Daher habe ich mal geschaut was YouTube und Co so anbieten um zu vergleichen was ich falsch machen könnte.

Beim Video 1 ist mir aufgefallen das das Großsegel gar nicht in der Keep eingeführt war? Hat das irgendwelche Vorteile oder wieso macht man sowas? Video 2 ist mir schon mal aufgefallen das der Baum extrem weit oben ist. Was ist denn empfohlen und was zu tief/hoch?

Hier mal zum Vergleich ein paar Impressionen bei sehr wenig Wind und wie beknackt das bei mir aussieht. Bei dem einen Bild ist die Dirk kurzzeitig dran, wollte schauen ob es besser wird wenn der Baum hochgezogen wird. Es bildet sich,was leider nicht so schön zu sehen ist, über dem Baum ein parallele Falte, auf dem 1. Bild anseitsweise zu sehen.
Wenn man das logisch angeht müsste ja den Baum noch weiter runter machen was aber mechanisch schon gar nicht mehr geht. Jetzt habe ich aber die Vermutung das die Öse (gelber Kreis) am Hals gar nicht in den Haken eingehängt werden darf, ist das korrekt? Zieht es dann das Segel nicht zu sehr "aus dem Mast" (weiss nicht wie ich das genau beschreiben soll). Die andere Vermutung ist, das das Segel zu alt und "verzogen" ist, geht sowas?

Mit fragenden Grüßen,
Daniel
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Mikezxr
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Re: Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von Mikezxr » Di 16. Aug 2016, 00:51

Hallo Daniel,

habs eben erst gelesen und ich muss ins Bett :-)
Deshalb vorerst nur eine kurze Antwort.
Der Großbaum ist bei Dir viel zu tief. Ich schätze, der muss ca. 20 bis 30 cm höher.
Die "Öse" wird nicht seitlich an den Haken gehängt, sondern mittig in der Keep des Baumes mit einer Schraube (mit dem Haken dran) gesichert.
Evtl. ist der Mast auch noch zu weit nach hinten gebogen, was auch Falten verursachen kann. Der sollte für uns Anfänger ziemlich senkrecht stehen.
Da musst Du dann mit Vor- und Achterstag trimmen, vorher aber Ober- und Unterwanten entspannen.

Vielleicht kann ich morgen Bilder machen und den Abstand vom Baum zum zB Schiebeluk messen, wenn ich es an den See schaffe.

Gruß
Michael

Grisu
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Re: Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von Grisu » Di 16. Aug 2016, 01:29

Hallo Daniel, so wird es angeschlagen:
https://www.varianta.org/forum/download ... hp?id=1600
hast Du es bis zum Masttop hochgezogen?
Gruß
Gert

kosarsegler
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Re: Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von kosarsegler » Di 16. Aug 2016, 15:07

Hallo Daniel,
auf Deinen Bildern kann man den vorderen Bereich durch den Lasy Bag schlecht erkennen.
Ich habe eine zusätzliche Kausch (das sind diese Metallring in den Segeln) ca. 15 cm oberhalb der untersten.
https://www.varianta.org/forum/download ... hp?id=1920
Befestigt wird wie bereits beschrieben die unterste, an der Ecke Unter' und Vorliek.
Die Höhe des Baumes ist nicht wichtig, solange das Vorliek gespannt werden kann.
Du könntest zum Ausprobieren wie folgt vorgehen:
- Vor dem Segelsetzen das Segel hinten lockern und den Baum am Mast lockern, so das er ganz nach unten rutscht.
- wenn Du nun das Segel setzt müsstest Du eigentlich mit dem Segel den Baum hochziehen / anheben. Klappt das nicht ist irgendwas falsch. Dann mal nachschauen:
A) Der Lümmelbeschlag (das Scharnier, das Baum und Mast verbindet) hakt und das Vorliek (Vorderkante des Segels) ist schon stark gespannt. Dann müssten die Falten aber auch weniger bis weg sein.
B) Du bekommst den Segelkopf (die obere Ecke des Segels) nicht bis ganz nach oben. Dann ist entweder irgendwas mit dem Fall, z.B. ein Knoten, der vor einer der Umlenkrollen sperrt oder ein zu langer Schäkel.
C) Das Segel ist schlicht zu lang. Dann müsste es aber schon für ein anderes Boot sein. Bei meinem Segel kann ich den Baum fast bis zur Aussparung im Mast hochziehen.

Hast Du mit dem Segel den Baum angehoben belegst Du das Fall. Nun kannst Du mal den Baum vorne herunter ziehen und festsetzen. Ich mache das mit der türkis / grünen Talje. Im Original ist da wohl die Flügelmutter (auf dem Bild vor der Talje) für vorgesehen. Nun müssten die Falten ziemlich weg sein. Mit viel Gewalt müsstest du eher senkrechte parallel zum Mast bekommen. das ist dann zu viel Spannung auf dem Vorliek.
Zum Segeln spannst Du nun noch das Unterliek.
Eigentlich müsste das Segel so recht glatt werden.
Natürlich leiern Segel mit der Zeit aus und mögen auch irgendwann mal eine Falte werfen. Aber Dein Bild scheint eher ein völlig entspanntes Vorliek zu zeigen.
Als Letztes, eigentlich hätte es ganz nach ober gehört: Frag einfach mal einen anderen Segler am Steg. In all den Jahren habe ich viel gesehen, aber nicht keinen schweigsamen Segler!
Gruß Walter

Reddingo
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Re: Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von Reddingo » Di 16. Aug 2016, 17:42

Hallo zusammen,

vielen Dank für die ersten Tipps. Da das Boot am Bodensee liegt komme ich erst am Wochenende dazu das genauer zu untersuchen.
Ich habe aber noch ein Bild gefunden wo kein Wind war und auf dem zu sehen ist das ich es wohl doch korrekt eingehakt habe. Ich kann mich auch erinnern das ich nach dem Einfedeln in den Keep die Hakenschraube montiert habe. Aber man sieht dort auch dass das Vorliek nicht straff ist. Ich kann nur unten am Grossfall ziehn wie bekloppt, es ging nicht höher obwohl oben noch gefühlt mindestens noch 0,5m Platz in der Nut ist (kann man vll auf dem Bild erkennen). Ein alternativer Plan wäre das Segel erst zu setzen und dann den Baum fest zu machen, ist aber beim Einhandsegeln wieder so ein Sache mit dem Rumturnen ausserhalb des Cockpits :roll:
A) Der Lümmelbeschlag (das Scharnier, das Baum und Mast verbindet) hakt und das Vorliek (Vorderkante des Segels) ist schon stark gespannt. Dann müssten die Falten aber auch weniger bis weg sein.
B) Du bekommst den Segelkopf (die obere Ecke des Segels) nicht bis ganz nach oben. Dann ist entweder irgendwas mit dem Fall, z.B. ein Knoten, der vor einer der Umlenkrollen sperrt oder ein zu langer Schäkel.
C) Das Segel ist schlicht zu lang. Dann müsste es aber schon für ein anderes Boot sein. Bei meinem Segel kann ich den Baum fast bis zur Aussparung im Mast hochziehen.
@A) Werde ich mal ausprobieren
@B) Also wenn der Baum fest ist bekomme ich das Segel nicht höher. Ich werde den Baum mal lösen und dann schauen wie hoch ich das Segel bekomme. Der Schäkel direkt am Kopf ist normal gross
@C) Es steht zumindst eine VA Nummer drauff

Viele Grüße,
Daniel
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Grisu
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Re: Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von Grisu » Di 16. Aug 2016, 22:09

Das Groß muss ganz rauf. Du hast vlt einen Knoten oder Kinken im Fall oder die Verbindung zw. Leine und Drahtvorläufer hakt irgendwo ein.

kosarsegler
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Re: Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von kosarsegler » Mi 17. Aug 2016, 19:47

Wie Gerd schon schrieb fehlt Dir das Stück oben für die Spannung des Vorlieks. Nach Deiner Beschreibung hakt da irgendwas. Am Tau: Knoten, vorstehende Schraube, Draht/Tauspleis usw.
Am Segel: Verkantete Mutter oder anderer Fremdkörper in der Kiep, Verbogener Mast / "zugebogene" Nut (z.B. durch Transportschaden), irgendeine Verdickung am Segel. Eine zu weite Nut / Keep kann übrigens auch haken. Da zieht sich das Leektau quasi noch hinten und klemmt in der Nut.
Wenn Du nicht mit dem Segel hantieren willst kannst Du auch anstelle des Segels eine Leine einhängen und dann am Steg ausprobieren ob das Fall hakt. Der Schäkel bzw. die Presshülse des Auges muß oben an die Umlenkrolle stoßen. Klappt das ohne Haken kannst Du noch mal versuchen das Fall mit Widerstand hoch zu ziehen. Eine verschlissene Rolle läuft ohne Last vielleicht gut, unter Last dagegen so gut wie gar nicht. Klappt das alles liegt es eher am Segel oder irgendwo versteckt sich ein Mangel. Dann ist es vielleicht einfacher den Mast zu legen als ewig zu rätseln.
Kurz um, Du mußt jeden Faktor prüfen bis das Segel recht leicht hochrutscht und den Baum wenigstens etwas mit hochzieht. Es liegen ja alle Faktoren schön aufgereiht in einer Linie. Das Segel den Mast hoch und das Fall wieder runter. Dazu zwei Rollen und das war es schon.
Gruß Walter

Reddingo
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Re: Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von Reddingo » So 21. Aug 2016, 21:44

Hallo zusammen,

mit den ganzen Tipps ging es heute an den See.
Ich habe den Vorschlag ausprobiert und den Baum ganz nach oben gehängt und dann das Großsegel bis ganz nach oben ziehen können, ging relativ leicht. Dann habe ich die Flügelmutter am Lümmelbeschlag wieder gelöst und den Baum nach unten gedrückt und dann fest gemacht. Und siehe da das Segel war glatt wie ein Babypopo :roll:
Die Frage ist, wieso kann ich das Segel nicht so glatt nach oben ziehen?

Vielen Dank für die Tipps und Vorschläge,
Daniel

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Re: Großssegeltrim

Ungelesener Beitrag von kosarsegler » Do 25. Aug 2016, 15:17

Hallo Daniel,
schön daß es geklappt hat.
Daß das Segel sich besser mit dem Baum als mit dem Fall stramm setzen lässt hat wohl verschiedene mögliche Gründe:
- Sicher arbeitet es sich besser mit als gegen die Schwerkraft. Nur das Segel am Fall hochziehen und dann vom Gewicht des Baumes beim Straffen des Segels helfen zu lassen geht besser als andersherum.
- Es zieht sich auch leichter am Aluprofil des Baumes als an der (Fall-)Leine. Auch geht mir immer etwas Spannung beim Belegen verloren.
- Wie gesagt werden verschlissene Rollen mitunter erst unter Last schwergängig. Dann könntest Du locker hochziehen, aber beim Spannen arbeitest Du nur noch gegen den Wiederstand der Rolle.

Ich persönlich finde den Ablauf "locker Setzen, Fall belegen, Spannen durch Runterziehen des Baumes" einfacher und eben so schnell wie das Spannen mit dem Fall.
Gruß
Walter

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